Der Schmalkaldische Bund

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Schmalkalden – Impressionen aus einer alten Stadt

Fotografen wie beispielsweise Hugo Huth, der sein Atelier 1878 eröffnete, Louis Oehring, der ab 1895 in Schmalkalden tätig war, Franz Stitz, 1903 aus Hannover kommend, haben im ausgehenden
19. Jahrhundert und am Anfang des 20. Jahrhunderts die Stadt und das Umland im Bild festgehalten. Sie und ihre Nachfolger ließen über die Jahrzehnte ein interessantes Kaleidoskop an Eindrücken
und Zeitzeugnissen entstehen. Eine alte Stadt, die sich in den Jahrzehnten gewandelt hat stellt sich vor.

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Altmarkt

Das 1537 von der Stadt gekaufte Haus des Ratsherrn Christoph Müller fungierte als Waage- und Kaufhaus. Im Februar 1901 zerstörte ein Brand das Gebäude. Der Abriss der Brandruine begann im März 1904. Nach den Plänen des Architekten Richard Aurich aus Dresden errichtete die Schmalkalder Baufirma Friedrich Peter zwischen Mai 1904 und 1905 den Neubau.

In Erinnerung an den Schmalkaldischen Bund wurde 1917 eine Gedächtnishalle mit Wappen und Porträts der Bündnisteilnehmer eingerichtet. Die Wappenschilde befinden sich heute in der Rathausvorhalle.

In der im 15. / 16. Jahrhundert errichteten Todenwarthschen Kemenate befanden sich im 19. Jahrhundert u.a. das Gasthaus "Zum deutschen Haus", das Postamt, ein Verkaufslokal für Mode- und Putzwaren, für Gold- und Silberwaren. 1851 verlegte Friedrich Merkel sein Material- und Kolonialwarengeschäft en gros mit der ersten Kaffeerösterei in Schmalkalden hierher. Ebenso dienten die beiden ersten Häuser am Platz, die Gasthöfe "Zum Adler" und "Zur Krone", neben der Beherbergung und Bewirtung von Gästen als Kaufhäuser und unterschiedlichster Service von Optiker bis Zahnarzt  wurde angeboten. 1858 annocierte der "Hof - Operateur seiner Hoheit des Großherzogs von Mecklenburg - Schwerin" A. Hecht aus Hofgeismar. Seine Spezialität sind Operationen von Hühneraugen.

In der den Platz überragenden Stadtkirche St. Georg, eine der größten Hallenkirchen Thüringens, wurde 1911 ein neuer Kronleuchter der Firma Hugo Berger in Schmalkalden aufgehangen. Zwei dazugehörige Kandelaber fanden neben dem Altar Aufstellung. Die Gänge sowie der obere Altarraum wurden mit Kokosteppichen belegt.

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Am Alten Graben

Der "Alte Graben" entstand mit der Verlegung des ursprünglichen Flussbettes der Schmalkalde im 14. / 15. Jahrhundert. Teil des am Grabenverlauf entstandenen Straßenzuges war der zwischen 1907 und 1957 "Unter der Linde" genannte Bereich, der heute wieder zum "Alten Graben" gehört. Daran angrenzend befindet sich das ab 1910 bebaute "Amalienufer", benannt nach der ehemaligen Grundstücksbesitzerin Amalie Eckstein geb. Recknagel. Am Eingang des Straßenzuges befand sich das Gebäude der "Feinmechanik A. G.", die Qualitätserzeugnisse für die Radioindustrie herstellte.

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Am Neuen Teich

1884 bildete sich ein Komitee in der Stadt, das die Umwandlung der „Sauteichswiese“ wieder in einen Teich anstrebte. Ab 1888 konnte dieses Vorhaben realisiert werden. Die in diesem Jahr gegründete Teichgenossenschaft kümmerte sich um die Gestaltung der Anlagen, die einesteils für Freizeit und Erholung gedacht waren, vom Schlittschuhlaufen im Winter bis hin zum Baden und Kahnfahren im Sommer. Andererseits gab es mit der Fischzucht und der Eisgewinnung im Winter einen praktische Nutzung. Viele Jahrzehnte prägten das Bild der Anlage die seit Entstehung des Teiches dort eingesetzten Schwäne.

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Am Pulverturm

Mit Beginn des 19. Jahrhunderts "platzte" Schmalkalden aus seinen Nähten. Stück um Stück verschwand der aus dem Mittelalter Stammende, ursprünglich doppelte Stadtmauerring. Eines der letzten Zeugnisse ist der sogenannte "Pulverturm" neben dem ehemaligen Marstall des Schlosses. Seit 1932 führt am Turm vorbei ein Fußweg von der „Hoffnung“ in Richtung „Renthofstraße“.

Anfang des 20. Jahrhunderts finden sich in der Tagespresse Hinweise darauf, dass in der Stadt "Kinotheater" errichtet werden sollen. So in der Auer Gasse 9 (1910) oder im Garten der Konditorei Viehbahn in der Judengasse (1912). Ab 1914 befanden sich die "C. T. Lichtspiele" von Edwin Kirmße in „Wolff's Restaurant“ in der Judengasse. 1924 erhielt das "Bürgerliche Brauhaus" am Schmiedhof, erreichbar auch von der Steinernen Wiese einen Kinoneubau. Am 26. 01.1952 wurde das "Volks - Lichtspielhaus Hermann Danz" am Pulverturm eröffnet.

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Am Solbad

Nachdem die beiden Schmalkalder Rentmeister Friedrich Brate und Johann Sachße 1455 in der Nähe der Stadt unter dem Rötberg eine Salzquelle entdeckt hatten, beschlossen sie ein Salzwerk zu errichten. Damit begann die abwechslungsreiche Geschichte der Schmalkalder Saline, die 1835 mit deren Aufhebung endete. Eine 1831 gegründete Soolbad - Aktiengesellschaft hatte die Idee, die überfließende Soole für medizinische Badezwecke zu nutzen. 1832 wurde die Badeanstalt eröffnet. 1878 nach einer umfassenden Modernisierung erfolgte die Neueröffnung, der sich 1879 die Eröffnung
des Restaurants "Badegarten" anschloss. 1924 kam die Mineralwasserproduktion unter dem Namen "Laura - Quelle" hinzu, deren Tafel- und Mineralwasser zum Versand bestimmt war.

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Auer Gasse

Vom Bahnhof kommend führt der Weg ins Stadtzentrum von der Bahnhofstraße durch die geschäftstüchtige Auer Gasse zum Altmarkt. Wie an einer Perlenschnur reihten sich in ursprünglich 32 Häusern Lokalitäten wie das Gasthaus "Zur fröhlichen Einkehr", Geschäfte wie das Textilgeschäft in Nr. 11 und Gewerbe aneinander. Louis Leichum war der Dritte in der Stadt der "Motorwagen" verkaufte.
Hermann Holdfoth findet sich bis 1925 mit seinem Wagenbau im Schmalkalder Adressbuch. 1910 musste ein wirklich schmales Haus einem umfassenden Umbau des Geschäftshauses von
Wilhelm Nordmeyer weichen. Der Schmalkalder Fotograf Louis Oehring hatte sein Atelier im Haus Nr. 30, welches 1966 abgerissen wurde.

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Ausflugsziele

Ausflüge in die nähere weitere Umgebung erfreuten sich großer Beliebtheit.
Bereits 1835 rief der Landrichter Georg Wagner zur Anlegung eines "Volksgartens" für die Schmalkalder ins Leben. 1836 kam das vormalige Gebäude der "Hauptwache" vom Altmarkt als Wirtschaftsgebäude
auf den Wolfsberg. Das "Ehrental" mit seinen verpachteten Fischteichen und das "Waldhaus" im "Kirmeswald" am Andreasbrunnen, entstanden 1881, waren gut besucht.
Der Hennebergische Geschichtsverein initiierte 1886 die Errichtung des "Henneberger Häuschens" als Ausflugsziel.
Auf die Queste führte seit 1888 ein Promenadenweg. Eine Schutzhütte der Besitzer der umliegenden Äcker war der Ursprung der dortigen Wirtschaft. Im Zuge der Aufforstung der Queste durch
Schmalkalder Bürger und dem Oberförster Ludwig Keudell erfolgte 1897 die Grundsteinlegung für den "Questenbergturm".

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Bahnhofstraße

Mit dem Anschluss Schmalkaldens an das Eisenbahnnetz 1874 entwickelte sich die vordem "Auer Tor" genannte Straße zur Geschäftsstraße. Die direkte Verbindung vom Siechenrasen zur Stadt
entstand erst am Anfang des 19. Jahrhunderts. Vordem führte die 1542 aufgrund des neuen Gottesackers an der „Totenhofkirche“ neu gepflasterte Straße durch die heutige Sandgasse.
1533 wird der "Quittenbrunn" oder "Quiedeborn" bei der „Totenhofkirche“ erwähnt, der sich heute nicht mehr am originalen Platz befindet.

Das 1890 errichtete Hotel "Zum deutschen Kaiser" mit Gartenlokal zeugt vom damaligen wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt.

Im Bereich des ehemaligen Auer Tores, einem der großen Stadttore Schmalkaldens, errichtete der hessische Wasser-, Straßen- und Landbaumeister Georg Philipp Tasch 1835 seine Villa mit Nebengebäuden wie Bedientenstube, Waschhaus, Stallung für 3 Pferde, Wagenremise, Futterkammer und Holzremisen. Ebenso gehörte dazu ein Garten mit Springbrunnen und Bassin.

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Blechhammer

1692 errichtete Johann Adam Fuchs ein Hammerwerk zur Blechherstellung. 1836 übernahm der Kreissekretär Wolf die unrentabel gewordene Anlage, um einen Schmelzofen und Eisenhammer für die Herstellung von Stahl- bzw. Zaineisen zu errichten. Nachdem der Eisen- und Stahlhammer eingegangen war, wurde die Schmelzerei weiter betrieben bis 1901. Der letzte Besitzer verkaufte den „Blechhammer“ an die 1876 in Schmalkalden gegründete Firma A. G. Thorwarth, Metall- und Holzwarenfabrik, die ab 1902 den Neubau ihrer Firma errichtete.

1901 erfolgte der Bau der „Königlich preußischen Fachschule für Kleineisenindustrie“, die am 1. Juli 1902 eröffnet wurde. 1918 erhielt die Schule den Status einer staatlichen Fachschule.
1948 erfolgte die Umwandlung in eine Ingenieurschule.

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Braugasse

Der Name sagt es schon, hier befanden sich die städtischen Brauhäuser. Die beiden Brauhäuser an der Ecke Haargasse und direkt an der Klostermauer bestanden bis Ende des 19. Jahrhunderts. Die Nutzung der Brauhäuser durch die brauberechtigten Stadtbewohner wurde per Los entschieden. Bis 1869 gab es in Schmalkalden keine Privatbrauereien. Die erste Privatbrauerei von Valentin Wolff entstand im Hintergebäude seines Hauses in der Weidebrunner Gasse 9. Die beiden städtischen Brauereien wurden 1888 durch das königliche Steueramt versiegelt. Anstelle der Gebäude entstanden
1911 ein Volksbad und 1899 ein Spritzenhaus der Feuerwehr.

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Eichelbach

Nachdem das 1842 im ehemaligen Siechenhaus eingerichtete Kreiskrankenhaus den Ansprüchen der Zeit nicht mehr genügte, wurde der Bau eines neuen Landkrankenhauses beschlossen. 1890 erhielt  Sanitätsrat Dr. Alexander Fuckel den Auftrag, ein geeignetes Grundstück ausfindig zu machen. Er kaufte dem Hüttenbesitzer Utendörfer für 6000,00 RM ein 0,81 ha großes Stück Land im Eichelbach ab. Hier erfolgte am 24.9.1902 der erste Spatenstich. Am 27. 10. 1904 konnte das Krankenhaus eröffnet werden. Bereits 1927/28 erfolgte der erste Umbau, das Gebäude wurde um zwei vollkommene Geschosse erweitert und erhielt elektrisch betriebene Aufzüge. 1929 eröffnete eine Schwesternschule am Krankenhaus.

1850 waren in Schmalkalden 7 Mühlen im Gange. Eine davon war die Kreuzmühle. 1899 brachte der damalige Eigentümer Carl Wilhelm Schmidt die Mühle auf den neuesten technischen Stand mit elektrischer Beleuchtung. Er betrieb eine Getreide-, Mehl- und Futter - Großhandlung.

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Entenplan

Am Entenplan trafen sich vor ihrer Verlegung im späten Mittelalter die über das Gerberviertel und die Wollwebergasse ankommende Schmalkalde und die durch die Leere Tasche und
den Entenplan entlangfließende Stille.

Entenplan 3, das sogenannte "Wechmarsche Freihaus", war Wohnsitz des Junkers Heinrich von Wechmar (1623 - 1677), Oberforstmeister in Schmalkalden, der in der Stadtkirche
begraben wurde. Ab 1900 befand sich das Haus im Besitz des Metzgermeisters Philipp Hubert Lautier. Am 6. 2. 1945 wurde das Gebäude durch Bombentreffer zerstört.

Anstelle des städtischen Armenhauses und Lazarett errichtete die 1852 gegründete Firma G. Mäder & Müller, seit 1865 Schraubenzieherfabrikation, ihren Neubau nach den Plänen
des Architekten Meuser.

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Geschwister - Scholl - Straße

Die 1893 angelegte Straße befindet sich auf dem Gelände der vormaligen "Breiten Wiese", über die seit 1813 der "Kanonenweg" führte. Zunächst erhielt die Straße den Namen "Lindenstraße",
wurde 1916 in "Hagenstraße" nach dem ehemaligen Landrat Hagen umbenannt, 1951 in "Geschwister Scholl Straße".

1895 errichtete die Schmalkalder Firma Friedrich Peter die neue Wohnung des lutherischen Oberpfarrers. 1900 wurde nach den Plänen des Schmalkalder Architekten Kellermann die Kapelle der Baptistengemeinde erbaut. Um diese Zeit entstand auch die Villa Geschwister - Scholl - Straße 9.

Am 3. Dezember 1894 wurde die neugebaute Mädchenschule eingeweiht, die ab 1904 als Oberrealschule fungierte, 1915 verstaatlicht und 1929 zum Realprogymnasium wurde.



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Gespringweg

Das Gespring, die städtische Trinkwasserquelle nördlich der Stadt in Richtung Weidebrunn, fand Anfang des 15. Jahrhunderts erstmals Erwähnung. Die Sandsteinfassung stammt aus der Zeit Philipps von Hessen (1516). 1530 wurde das Wasser in Röhren in die Stadt geleitet. Bei der Instandsetzung der Anlage 1724 erfolgte die Anbringung des Wappens der Landgrafen von Hessen - Kassel. Gleichzeitig befanden sich auf diesem Gelände Schleifkothen und ein Stahlhammer.

1829 gründete Reinhardt Werner eine Zangenschmiede, aus der später die Firma Gebrüder Werner Metallwarenfabrik hervorging. 1869 erwarb sein Sohn Johann Michael Werner das "Zimmerhaus" auf dem alten Zimmerrasen. Er übergab das unter seinem Namen firmende Geschäft 1897 an seine Söhne - Gebrüder Werner.

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Gillersgasse

Mit Beginn der Abrissarbeiten 1986 verschwand ein Teil des historischen Schmalkaldens, u. a. mit der Gillersgasse, dem Entengäßchen, dem Zitronengäßchen. Die Gebäude Gillersgasse 1 und 2 sind eine letzte Erinnerung. Es war eine belebte Wohngegend mit eigenem Bäcker und Metzger, Schuhmacher, Schneider, Tüncher, Eisenwaren en gros Handel, Werkzeugfabrik, Mineralwasserproduktion und mehr. So befand sich 1901 im Haus Nr. 11 die Bau- und Möbeltischlerei von Friedrich Wilhelm Müller.

Ebenso hatten Ämter ihren Sitz in der Gillersgasse. Im Haus Gillersgasse 7 befand sich seit 1894 das städtische Bauamt. In der Gillersgasse 9, Anfang des 20. Jahrhunderts Wohnhaus des Pfarrers Albin Fuchs, war seit 1885 das „Königliche Katasteramt“ untergebracht.

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Haargasse

In der Haargasse waren über Jahrhunderte die Gerber der Stadt zu finden. Die Werkstätten wurden über den Schmalkalden durchziehenden Kunstgraben mit dem benötigten Wasser versorgt. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts fanden sich hier die Gerbereien der Familien Retsch, Rudolph und Happich.

Eine der Schmalkalder Badstuben, die „Bürgerbadstube“, war ebenfalls in der Haargasse angesiedelt. 1425 bekamen Vater und Sohn Grisel diese vom Kollegiatstift in Schmalkalden zum Lehen. Sie befand sich in der heute nicht mehr existierenden Nr. 6, im „Strauch’schen Wohnhaus“.

Am alten Standort des Schmalkalder Brauhauses wurde 1911 das „Volksbad“ errichtet. Die Pläne stammten von dem Architekten Julius Wilhelm Böttner aus Bad Liebenstein, der 1908 nach Schmalkalden gekommen war. Einige Gebäude der Stadt gehen auf sein Wirken zurück, wie z. B. das Gebäude Salzbrücke 2 oder die Grundschule in der Renthofstraße.

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Haindorfsgasse

Johann Conrad Geisthirt, Schmalkalder Chronist, verwendete die Bezeichnung „Heiners Loch“. Dazu merkte er im ersten Buch seiner Chronik an: „Anno 1477 hiess man Sie Heilrid Loch und Anno 1534 Heinrichs Loch, woher aber diese Benennung entspringe, ist wohl nicht leicht zu erweisen“.

Bis 1796 befand sich hier die Schankwirtschaft und Schmiede von Joseph Valentin Erbe. Er begann mit der Anfertigung von Striegeln und legte damit den Grundstein für die später in der „Hoffnung“ ansässige Firma Joseph Erbe. 1873 eröffnete das Kolonial-, Materialwaren- & Spirituosengeschäft Pfeuffer und Feickert. Später kamen eine Drogerie- und Farbwarenhandlung hinzu sowie eine
Auswanderer Agentur des Norddeutschen Lloyds.

1903 erhielt der Straßenzug probeweise eine Straßenbeleuchtung mit Nernstlampen. Dies waren Glühlampen statt der gebräuchlichen Kohlefadenlampen, die der Physiker und Chemiker
Walther Nernst entwickelt hatte.

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Herrengasse

Die bis ins 20. Jahrhundert in Schmalkalden ansässige Metallwarenfabrik H. A. Erbe nahm 1836 ihren Anfang mit der Stahl- und Eisenwarenhandlung des Kaufmanns Adolf Erbe in der Herrengasse.
Bevor der Buchbinder Johann Georg Mäder in der Nr. 6 seine Buchbinderei und Papiergeschäft eröffnete, befand sich in dem Haus 1876 die Gast- und Bierwirtschaft von Elias Reinhardt,
die lediglich 2 Jahre bestand hatte.

Nach einem Beschluss des Stadtrates und des Bürgerausschusses wurde mit Zustimmung der kurfürstlichen Regierungs – Kommission eine Sparkasse „als örtliche Anstalt mit stadtseitiger
Garantie für Kapital und Zinsen“ in der Herrengasse 3 eingerichtet und am 23. November 1859 eröffnet.

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Herrentälchen

Das Herrentälchen befand sich ursprünglich im Besitz der Stiftsherren von St. Egidii und Erhardi. 1766 erbauten Italiener das sechseckige Weinberghaus.
Bis ins 18. Jahrhundert waren Weinberge um Schmalkalden zu finden.

Neben den bis ins 20. Jahrhundert angelegten Obstbaumpflanzungen kauften 1881 die Gebrüder Städler aus Weidebrunn Land von der Stadt zur Anlage eines Steinbruches.

1911 entstand die neue Fabrikanlage der von Friedrich Katzung 1851 „Am alten Graben“ gegründeten Zangenfabrik. Der Fabrikant Georg Katzung ließ im selben Jahr seine Villa errichten.

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