Der Schmalkaldische Bund

Veranstaltungen

Wiedergeburt der Renaissance
Samstag, 14. Dezember 2019, 14:00
Das Museum Schloss Wilhelmsburg
lädt herzlich ein
zur Ausstellungseröffnung



Wiedergeburt der Renaissance



mit Zeichnungen des Künstlers Wolfgang Nickel
und ersten Einblicken in unser neues Ausstellungsprojekt
zum höfischen Leben der Landgrafen von Hessen
Präsentation des Kataloges zur Ausstellung
    Wiedergeburt der Renaissance

  Museum Schloss Wilhelmsburg Schmalkalden, Kleine Galerie


Wiedergeburt Pressemitteilung 2


Ausstellungseröffnung „Wiedergeburt der Renaissance“ und Katalogvorstellung zur neuen Renaissance-Erlebnis-Ausstellung

Nachbauten von historischen Möbeln

„Das Renaissance-Schloss Wilhelmsburg verfügt zwar über den originalen Raum nicht aber mehr über das originale Möbelstück. Da das Museum also weder eine Nofretete im Keller, noch einen Cranach im Magazin hat und schon gar nicht über originales Inventar verfügt, kann das Zauberwort nurheißen: Repliken, Nachbauten der Renaissance-Möbel, die Originalen täuschend ähneln.

Teile der kunsthistorischen Szene mögen jetzt die Nase rümpfen und pikiert von Hollywood und anderen den hochgradig-intellektuellen Elfenbeinturm-Bewohner beleidigenden Begriffen sprechen; mögen sie kommen – wenn wir fertig sind – und sich vom Ergebnis selbst überzeugen!

Im einzigartigen Renaissance-Schloss Wilhelmsburg soll eine einmalige, möblierte Renaissance-Erlebnis-Ausstellung entstehen, die immer beide Seiten – Herrschaft und Volk – im Blick hat und völlig entgegen anderen höfisch-repräsentativen Expositionen ein Motto ganz voran stellt:


„Bitte anfassen, berühren und aufmachen!“


Handzeichnungen von Wolfgang Nickel

Nickel Renaissance 4


„Im Zuge des Wiedergewinns, der ja auch die Künstler der Renaissance (zu Deutsch „Wiedergeburt“) antrieb, zeichnet Wolfgang Nickel bekannte Portraits großer künstlerischer Vorläufer aus der Zeit um 1500 nach: Die Handschriften von Dürer und Michelangelo (beide Jahrgang 1475) sind für den Betrachter rasch identifizierbar. Die Kenntlichkeit der Vorbilder ist Programm: Bewusst wählt Nickel Elemente des kulturellen Gedächtnisses aus, um sie für uns im neuen Kontext zu aktualisieren.

Der neue Kontext besteht in der Verbindung mehrerer künstlerischer Techniken, die Nickel beherrscht: Die Handzeichnungen werden mit der Glaskunst verbunden, indem sie hinter großen, mit Blattsilber oder Golddruck, bearbeiteten Glasscheiben erscheinen. Neben einer Markierung der Wertigkeit, die mit der Rahmung durch Gold und Silber einhergeht, leistet Nickels Fortentwicklung seiner Vorbilder ein Übriges:

Wer die Zeichnung betrachtet, spiegelt sich zugleich in ihrem Rahmen. In der Platzierung der bildlich zitierten Portraits in spiegelnden Glasflächen überlagern sich für das Publikum Reflexion und Selbstreflexion. Im Betrachten und Wiedererkennen dieser Bilder geschieht eine Verortung des eigenen Selbst als kulturelle Identität.“


(Autoren: Dr. Cornelie Becker-Lamers, Weimar und Dr. Kai Lehmann, Schmalkalden Schloss Wilhelmsburg)