Der Schmalkaldische Bund

Veranstaltungen

Das Schloss erklingt -174. Konzert mit der Renaissance-Orgel der Schlosskirche
Sonntag, 27. Mai 2018, 17:00
Das Hohelied der Liebe und der Lobgesang Marias

mit dem ensemble singklang aus Dresden und Martin Hesse - Orgel


Die UNESCO hat entschieden: Die deutsche Tradition des Orgelbaus und der Orgelmusik gehört seit Dezember 2017 zum Immateriellen Kulturerbe der Menschheit.
Eine ausgesprochen wertvolle Orgel erklingt am Sonntag, dem 27.Mai 2018, 17 Uhr im Konzert mit dem ensmble singklang und Martin Hesse in der Schmalkalder Schlosskirche.
Der Bau von Pfeifenorgeln ist ein Kunsthandwerk mit einer Jahrhunderte alten Tradition. Gerade der deutsche Orgelbau ist in der ganzen Weld bekannt für erstklassige handwerkliche Arbeit, verbunden mit unvergleichlicher Klangschönheit und –vielfalt. 400 Orgelbaubetriebe mit 3000 Mitarbeitern gibt es drezeit in Deutschland. In Orgelbauprojektensind zudem Architekten, Statiker, Baufachleute, Bildhauer, Akustiker und weitere Fachleute involviert.

Im Konzert erklingen sechs verschiedene Vertonungen des "Magnificat", u.a. von Gilles Binchois und Guillaume Dufay. Dieses Canticum aus dem Lukasevangelium erfuhr über die Jahrhunderte immer neue Interpretationen: Martin Luther legte es klassisch als Vorwegnahme der Reich-Gottes-Verkündigung Jesu aus, während es die dialektische Theologie als Revolutionslied und die feministische Theologie als Befreiungslied verstehen.

Außerdem kommen Werke mit Texten aus dem Hohelied Salomos zu Gehör, u.a. von Claudio Monteverdi und André Campra. Kennzeichnend für diese Sammlung von zärtlichen, teilweise explizit erotischen Liebesliedern ist eine mehrdeutige, ausgesprochen bildhafte Sprache. In Antike und Mittelalter wurde die erotische Annäherung, von der das Gedicht handelt, als Beschreibung der Liebe zwischen Christus und der Kirche als Braut Christi interpretiert.

Das ensemble singklang wurde im Jahr 2008 von ehemaligen Mitgliedern des Kammerchores Michaelstein gegründet. Die drei Sänger von singklang verfügen über eine umfassende musikalische Ausbildung. Ihre gemeinsame Affinität zur A-Cappella-Musik entdeckten sie während ihrer Zeit in hochkarätigen Chören wie dem Rundfunk-Jugendchor Wernigerode, dem Kammerchor Weimar, den Hallenser Madrigalisten, dem Sächsischen Vocalensemble oder dem Vocal Concert Dresden.
Ihr besonderes musikalisches Augenmerk legen sie auf dreistimmige Vokalkompositionen der Renaissance und des Barock sowie des 20. und 21. Jahrhunderts. Sie bringen Werke zu Gehör, die speziell für ihre Kleinstbesetzung komponiert wurden und nur selten zu hören sind, da diese Stücke von größeren Ensembles meist ausgespart werden. Das Mindener Tagblatt titelte „Kleine Besetzung mit großer Wirkung“, während die „Neue Westfälische“ die Musiker treffend als „Botschafter der alten Musik“ beschrieb.
Zum Publikum zählte bereits im Gründungsjahr der renommierte Dresdner Komponist und ehemalige Rektor der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ Dresden Wilfried Krätzschmar, aus dessen Œuvre die Vokalformation mehrere Stücke ins Repertoire aufgenommen hatte. So entstand eine äußerst fruchtbare Zusammenarbeit, die in der eigens für das ensemble singklang komponierten Paraphrase für drei Stimmen „... dass man nie sagen kann: ...“ gipfelte und den Startpunkt einer ganzen Reihe von Uraufführungen bildete. 2016 folgten eine Vielzahl Komponisten der Ausschreibung des Ensembles, alte Advents- und Weihnachtstexte in neuem kompositorischem Gewand erstrahlen zu lassen. Dabei entstanden sowohl Vertonungen weihnachtlicher Gedichte von Rainer Maria Rilke, Wilhelm Busch und Christian Morgenstern als auch von Neudichtungen wie „Dunkle Tage, blindes Sein“ des Dresdner Komponisten Florian Schumann.
Das Ensemble besuchte u.a. Workshops bei Wolfram Lattke (ensemble amarcord), Anders Jalkeus (The Real Group) und den Mitgliedern von Singer Pur, mit denen seitdem eine künstlerische Freundschaft besteht. Auf Teilnahmen am Internationalen A CAPPELLA Wettbewerb Leipzig und der Internationalen A Cappella Competition Graz folgten gefeierte Auftritte bei renommierten Konzertreihen wie dem berliner a cappella festival, den Erfurter Bachtagen, dem Gütersloher Chor- und Liedersommer, den Thüringer Schlössertagen, dem Kirchen- und Musiksommer Rügen, den Motetten an St. Marien Minden oder dem Barockfest Gotha.

Martin Hesse ist Kantor in der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde Gera.
Er wurde 1983 in Dresden geboren. Nach dem Abitur am Clara-Wieck-Gymnasium Zwickau im vertieft-musischen Profil studierte er von 2003 bis 2008 an der evangelischen Hochschule für Kirchenmusik Halle a.d. Saale, u.a. Dirigieren bei Prof. Wolfgang Kupke, Orgel bei Winfried Kleindopf und Klavier bei Johannes-Erdmann Ruddies. Das Studium schloss er sehr gut mit dem Diplom Kirchenmusik (A) ab.
Von 2008 bis Ende 2009 arbeitete er als Kirchenmusiker in und um Pausa im Vogtland. Seit Januar 2010 ist er als Kantor und Organist im ev.-luth. Kirchenkreis Gera tätig, zunächst vorrangig an der Sankt-Johannis-Kirche, seit 2014 für die drei großen Innenstadtkirchen St. Johannis, St. Salvator und St. Trinitatis in Gera.

Kartenpreis: 12,- € / 10,- € ermäßigt 



Tourist-Information
Museum Schloss Wilhelmsburg Schmalkalden
Tel.: 03683. 403186
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Veranstalter: Museum Schloss Wilhelmsburg
Kooperationspartner: Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten